Seit über einem Jahr hält uns die Corona-Pandemie in Atem und beeinflusst unser gesamtes Leben. Eine ähnlich die gesamte Welt umfassende Infektionslage wurde zuletzt mit der sogenannten „Spanischen Grippe“ vor ziemlich genau 100 Jahren berichtet. Schätzungsweise bis zu 50 Millionen Menschen sind der großen Grippepandemie der Jahre 1918-1920 zum Opfer gefallen. Damit handelte es sich um einen der schwersten Seuchenausbrüche der Geschichte überhaupt. Lange war die „Spanische Grippe“ im kulturellen Gedächtnis kaum präsent, erst die aktuellen Geschehnisse haben vereinzelt ein Erinnern an diese ebenfalls weltweite und länger dauernde Erkrankungswelle ausgelöst.

Der Vortrag des Erlanger Medizinhistorikers macht sich auf die Suche nach einer vermeintlich „vergessenen Seuche“ und ordnet deren Verlauf und Folgen in den (medizin-)historischen Kontext am Ende des Ersten Weltkriegs ein und setzt Bezüge zur aktuellen Lage in der Pandemie.